Barcelona-Pamplona

Malerei

 

 

Ausstellungs-Rezensionen

Blick zurück nach vorn – Technologiepark Bergisch-
Gladbach

In eine starkfarbige Wunderwelt führt Guillermo Malfitani mit seinem Blick auf den Himmel und eine zerteilte Orange…..
Kölnische Rundschau 24.10.2015

Überstehen-Renacimiento – Kunst im Gulliver
Die farbkräftigen Bilder belegen, wie Kunst die Umgebung verwandeln kann. Auffällig in ihrer Leuchtkraft, verströmen sie in ihren abstrakten Strukturen auch den Hauch eines Geheimnisses…..
KStA, Jürgen Kisters, 2015

Cotidiano – Barrio Latino im Lichthof, Köln-Sülz
…Dagegen bleibt der gebürtige Argentinier mit seiner farbleuchtenden Malerei  ganz bei den einfachen Dingen in dieser Welt, eine Schale mit Suppe, ein paar Tomaten. An solchen Dingen hängt das Überleben des Menschen ebenso wie sein Glück..
KStA Jürgen Kisters 2015

ZYKLEN – Kunst im TechnologiePark am 22.10. 2012 – Einführung von Karsten K.Panzer PerZan
…..In einen  4. Zyklus mit der Referenzebene „Ökonomie & Gesellschaft“ kann man die Arbeiten von….. Guillermo R. Malfitani ,   „Krümel und Nieten“  einordnen.  Sie brandmarken den Kampf des Kapitals um die Märkte und die zyklischen Wirtschaftskrisen als eine Seuche unserer Zeit. Dieser Kampf wiederholt sich zyklisch: jede Minute, jede Stunde, alle Jahre. Deregulierte Märkte und nackte Gier wirken tief in die gesamte gesellschaftliche  Komplexität..

Guillermo ist übrigens fast schon physisch zu einer aktuellen Zyklus-Dynamik genötigt, brannte doch sein Atelier samt Bildbestand  vor ca. 2 Wochen komplett aus. Er muß nun von vorne beginnen, doch auch nicht ganz, denn Erinnerung, Erfahrung und Energie bleiben ihm als Konstanten der Entwicklung.

Ausstellung „Mitten am Rhein“, Kunsthalle Lindenthal, 2010
Kölnische Rundschau
völlig abstrakt geht Malfitani jedoch nicht  vor. Wer entsprechend vom Künstler informiert war, erkannte dann auch, dass jene Linie in der Mitte eines der Bilder den Rhein markiert, wie er durch Köln fließt. Mehr….

Ausstellung „Genesen wesen“ TechnologiePark Bergisch-Gladbach 2008
KStA
Geht es darum, die Genese zu entdecken, die Herkunftsgeschichte der Werke und der Künstler? Um die Vergangenheit? Die großformatigen Werke des gebürtigen Argentiniers Maltifani…Presse KStA
Kölnische Rundschau
…Nicht einzelne Geschöpfe, sondern komplette Schöpfungen…Kölnische Rundschau
Kunsthistorikerin Dr. Heidrun Wirth
…Das erste war das Bild von den beiden kühn ins Senkrechte steigenden roten Fischen. Und mir gefiel die kühle und kühlende blaue Weite, bis ich auf einen zweiten Blick auch bei allen folgenden Bildern so etwas wie eine leicht poröse, leicht gesprenkelte Oberfläche wahrnahm, wo die Pinselzüge nicht mehr sichtbar sind und die Oberfläche mehr und mehr an altes Gemäuer mit abbröckelnden Schichten erinnerte… Rede Heidrun Wirth

 

 

Kaum noch Schönes von Jürgen Kisters, Kunstkritiker, Journalist

„Osterhasi“ – Ausstellung im anatomischen Institut der Uni Köln Der Kunstsalon präsentiert Kunstwerke, deren Thema von Weihnachten bis Ostern reicht.

Guillermo Malfitanis „halber Weihnachtsstern“ explodiert über der Welt, die eine rote, glühende Kugel ist. Sein expressiv gemaltes Bild legt den Schluss nah, dass unsere alte Weltordnung ordentlich durcheinander geraten ist, denn darin leuchtete der Stern ja noch ganz und voller Klarheit, den Weg in eine bessere, hoffnungsvollere Zukunft. Das der Weihnachtsstern im christlichen Glauben der Menschen dennoch weiter auf die Erde leuchtet, ist Teil eines Ausstellungskonzeptes, das die Kunstinitiative Köln Salon, im anatomischen Institut der Uni Köln präsentiert…

 

Frühlingserwachen – Neues von Malfitani – Bilder, die Vergänglichkeit atmen von Jürgen Kisters, Kunstkritiker, Journalist

Invokation – Ausstellung

Der Künstler Guillermo R. Malfitani zeigt seine neuesten Arbeiten in der Kölner GraphikwerkstattFantastische Vögel, magische Fische und flinke, weise Schildkröten fliegen durch die Farben, die Guillermo R. Malfitani gemalt und gedruckt auf allerhand Leinwände gebracht hat. Große Pilze wachsen darin aus dem Boden und die Maserung von Holz, das der Landschaft ihre Strukturen gibt, erscheint wie eine geheimnisvolle Schrift.. Doch mitten in diese bewegte Harmonie flattern Atomkraft- und Feuerzeichen hinein und machen unmissverständlich deutlich, dass die Erzählungen der alten Mythen vom Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur von modernen Einflüssen heillos durchkreuzt und aus den Fugen gebracht sind.

Genau dieses Spannungsfeld zwischen einem an den Jahrtausende alten Naturerzählungen orientierten Kulturkonzept und einer in ihrem Naturbezug respektlosen modernen Technik ist seit langem das zentrale künstlerische Thema des in Buenos Aires geborenen Argentiniers, der inzwischen seit mehr als zwanzig Jahren in Köln lebt. Seine neuesten künstlerischen Arbeiten präsentiert er derzeit in der Kölner Graphikwerkstatt. Im Kern seines bildnerischen Ansatzes steht die Verbindung malerischer und druckgrafischer Elemente, die er ungezwungen und selbstverständlich ineinander greifen lässt.

Einmal bilden Kopien der Wirtschaftsseiten von Tageszeitungen die Folie für einen malerischen Wirbel mit der Formel „Materie ist Energie“. Ein anderes Mal sind es druckgrafische Schablonen von Fischen, die in einem tosenden Meer von Farbturbulenzen den „Plan M“ veranschaulichen sollen. Gleichfalls als schemenhafter Umriss ruht ein Fisch im unteren Bereich des „Wassers“, das sich als feingliedriges Gewebe aus aufgedruckten und ausgewaschenen Farbelementen darstellt. Überhaupt ist Malfitanis Kunst eine äußerst sinnliche Angelegenheit, indem er auch den gewissen „Schmutz“ zulässt, der eine Farbe erst zum wirklichen Ereignis macht.

So gelingen Malfitani Bilder, die als Leinwände wie alte, von Licht, Wind und Wetter mit den Jahrhunderten ausgewaschene Fresken und Mauerstücken erscheinen. Und es gelingen ihm Bilder, die durch die malerische Überlagerung den Mechanismus der Erinnerung als einen Zusammenhang von Verdecken und Freilegen sichtbar werden lassen. Ein Hauch von Verfall und Vergänglichkeit ist darin ebenso enthalten wie eine fazinierende Flüchtigkeit, die das Leben als unaufhörliches Verwandlungsgeschehen vor Augen führen. Malfitani zeigt: gerade diese Einfühlsamkeit für den bewegt-zerbrechlichen Prozess alles Lebendigen ist in der modernen Kultur mit ihrer auch in ihren Bildern vielfach technisierten Sichtweise größtenteils verloren gegangen. Dass seine Werke in ihrem ganzen thematischen Ernst zugleich immer eine farbheitere Note der Leichtigkeit zum Ausdruck bringen, ist schließlich eine weitere ganz besondere Qualität.

 

Kunstkalender für die Kölner Bank – Text von Dr. Christiane Vielhaber, Kunstkritikerin

Guillermo Malfitani ist nicht nur Grafiker sondern eben auch Maler. Und seine Malerei zeichnet sich bemerkenswerter weise gerade nicht durch grafische Strenge aus, sondern vielmehr durch weite, lichte Bildräume. Zu deuten sind sie auch als Landschaftsräume, selbst wenn sie letztlich ortlos bleiben. Bergformationen etwa, deren hügelige Silhouette sich vor einem blauen Himmel deutlich abzeichnet. Die leicht schrundige, raue Textur lässt an karstige Felsen denken und der eigentümlich wolkenlose, weite, blassblaue Himmel an ferne Horizonte. Eher unvermittelt taucht dann eine zeltförmige stark- und klarfarbige Form auf. Ein spitziges Gebilde aus Rot, Blau und Grün. Sie bleibt auf merkwürdige Weise unerklärbar und nistet sich dennoch zugleich irgendwie logisch wie eine Miniaturausgabe abstrakter Farbmalerei in das Zentrum dieser Komposition. Die von unten nach oben immer lichter und durchscheinender werdenden von Blau nach Blaßlia changierenden Farbvaleurs verleihen diesem Bild, wiederum als Parallelen zu dem Landschaftsbild, den Charakter eines sog. Seestückes. Und es liegt allein in der Phantasie des Betrachters, in der nur noch schwach erkennbaren grünen Streifenform etwa ein Segel zu sehen. Was seine eigentümliche Wirkungsästhetik betrifft, so argumentiert gerade dieses Bild zusätzlich mit einer ganz anderen Kunstsprache unserer Nachkriegsmoderne: mit dem sog. Neuen Realismus, den vor allem die Franzosen auf den Großstadtstraßen fanden und zwar auf den Plakatwänden, deren Schichten aus zigfachen Überklebungen und Abrissen sie selber zum Bild , d.h. zum Kunstwerk aus der Realität werden ließen. Bei Malfitani ist es allerdings eine rein malerische Raffinesse, die ein derart partielles auf- und oder Durchscheinen bzw. Tiefe suggeriert.


Regus Business Centre, Köln – Text von Irmgard Fuest, Verein zur Förderung Bildender Künstler

Guillermo R. Malfitani beherrscht gleichwertige Techniken und künstlerische Ausdrucksformen eines Malers und eines Graphikers und weist in beiden Bereichen seine persönliche Handschrift auf.

Im präzise definierten Spezifischen seien es Symbole, Ornamente, Rythmen und Mythen – ist er stets auf der Suche nach dem Allgemeinen, dem Allgemeingültigen.

In seinen Werken geht der Künstler von einer spontanen Farbvorstellung aus, die die Form und die Art von Gegenständlichkeit bestimmt. Die Farbvorstellung ist also Leitfaden im Schaffensprozess. – Dadurch entsteht eine Diskrepanz zwischen innerer Vorstellung und realem Bild.

So kommt es bei der Entstehung seiner Bilder zu Farbüberschichtungen, wobei aber die unteren Schichten noch durchscheinen. – Die visuelle Erscheinungsform seiner Werke spricht existentielle Fragen und Probleme menschlichen Daseins an. Da keine Antworten gegeben werden, ist der Betrachter dieser Bilder herausgefordert, sich mit der Problematik menschlicher Existenz auseinanderzusetzen und selbst nach Lösungen zu suchen.